
Comme des Garcons ist eine Modemarke, die sich weigert, eine zu sein. Die PradaGuccis bedienen ihre Klientel in den elitären Luxustempeln der Metropolen – Comme des Garcons schafft stattdessen Guerilla Stores an alternativen Standorten, die nach einem Jahr wieder verschwinden. Und woanders wieder auftauchen.
1972 gründet Rei Kawakubo in Tokio das Label, dessen Design sie bis heute verantwortet. Comme des Garcons ist Bekleidung, die sich keinen Trends unterwirft und auch nicht den Anspruch hat, welche zu schaffen. Ursprünglich als reine Damenkollektion erdacht (”wie Jungs”), gibt es seit 1984 auch Männerkleidung.

Rei Kawakubo ist die erste, die das Design ihrer Stores der Aura der Mode entsprechend entwirft. Als die Luxusmarken ihr dies gleichtun, geht sie weiter. Konzeptionell und räumlich: Bis auf je einen “festen” Laden in Paris und New York und ein paar in Japan betreibt man heute den Dover Street Market in London, wo Comme des Garcons und andere Labels in marktähnlicher Atmosphäre präsentiert werden.
Die Guerilla Stores sind Ausdruck der ausgeprägten Neigung von Rei Kawakubo gegen das Etablierte. Ihre Mode ist oft wütend, unförmig, gegentrendläufig schwarz oder bunt, mit teilweise skulpturalen Einschüssen. Die Guerilla Läden werden für jeweils ein Jahr an Standorten eröffnet, die hochpreisige Mode nicht vermuten lassen. Und die Fans kommen. Derzeit nach Athen, Beirut und Warschau.