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Foto: thechap.net

Das ist doch mal ein mutmachendes Signal: In Londons angestammter Straße der Schneider und Massausstatter, Savile Row, droht ausgerechnet Abercrombie & Fitch mit der Eröffnung eines (Kinder-)Ladens. Dagegen gehen die Händler organisiert auf die Straße, unterstützt von internationaler Presse und Blogs, und warnen vor der Banalisierung ihrer Traditionslage. Mit Recht.

Im dreiteiligen Massanzug, mit Tweed-Jacke und Hut kämpfen sie friedlich – Parole “Give Three-Piece a chance!” – und der zuständige Chief Inspector der Polizei wird mit “In all honesty, this is the best dressed demonstration I have ever seen” zitiert.

Jeder kann eine Petition unterschreiben, die A&F aus der Savile Row fernhalten helfen soll – Mitmachen!

 

Foto: nlstreets.nl

Auch in Holland gibt es ein Rezept á la Slowretail: Das Webportal NLstreets beschreibt sich selbst so: “Während immer mehr Menschen sich nach Authentizität sehnen, wird die niederländische Shoppingkultur immer austauschbarer. Folgen Sie den Shopping-Straßen in jeder Stadt und Sie werden überall die gleichen Ketten mit den gleichen Formeln finden, nicht wirklich ein inspirierendes Erlebnis.”

Meine Rede – zudem gibt es in Holland, mehr als hierzulande, noch intakte historische Strassenzüge mit wunderbaren Ladenfassaden, die eher einen wertschätzenden Slowretailer als hineingezwängten Standardfilialisten verdient haben.

Schön ist an der Seite, daß sie nach Städten und Straßen gegliedert ist, mit Suchfunktion, und (s.o.) eine teilweise “begehbare” Galerie der Nachbarschaftsläden integriert. Man kann virtuell bummeln und per Klick eintreten, erhält Detailinformationen Weiterlesen »

Hier ausnahmsweise mal die Vorstellung eines Slowretailers aus der Onlinewelt: Silvia Gattin hat, nach BWL-Studium und einem kräftezehrenden Ausflug in die Schweizer Finanzwelt, vor zwei Jahren ihren Onlineshop silviagattin.com gegründet. Was daran slow ist? Sie bricht mit den immer schneller werdenden Trendwechseln und gestaltet ihre Kollektionen stattdessen wie Projekte – wechselnde Themen, zu denen sie auf ihren Reisen inspiriert wird.

So entstand in Indien die Manisha Collection (klassische Saris, westlich interpretiert), die aktuell in die zweite Auflage geht und noch um eine eigene Taschenserie (die “Happy Holi Hippie Bags”) ergänzt wurde. Weiterlesen »

Foto: tagesspiegel.de

Auf der Suche nach einer Erklärung für das Fiasko der anstehenden Schlecker-Insolvenz – es kann auch so gewesen sein:

Mitte der 1970er Jahre schließt Anton Schlecker mit einem Freund eine heimliche Wette ab. Er wettet, aus seinem Krämerladen in der süddeutschen Provinz innerhalb seines Beruflebens ein Imperium mit mehreren tausend Filialen aufzubauen – und am Ende wieder abzuwickeln. Es ist die revolutionäre Idee, ein Anti-Unternehmen zu gründen – quasi eine anarchistische Langzeitstudie über die Auswirkungen unternehmerischer Fehlentscheidungen.

Dafür gelobt er, jegliche Regeln der Entwicklung erfolgreichen Einzelhandels zu ignorieren und auf Innovationen gänzlich zu verzichten. Weiterlesen »

Der Düsseldorfer Trendbezirk Pempelfort ist seit kurzem um ein mutiges Storekonzept reicher. Butch heißt der Laden, initiiert von Werbe- und Retailprofis, die mit beeindruckender Stilsicherheit ein zeitgemäßes Umfeld für Fans der individuellen Küche geschaffen haben. Ohne großen Eröffnungshype ging es im Dezember los und aus dem Geheimtipp für die Anwohner und Kreativen aus der Umgebung wird zunehmend eine kompetente Anlaufstelle für kochwütige Ästheten aus dem weiteren Umfeld. Weiterlesen »

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Es ist soweit, der Slowretail Kalender 2012 ist da. Im A3-Format, ganz in schwarz, bilingual deutsch/englisch – und natürlich randvoll mit zwölf einzigartigen Slowretailern dieser Welt. Es gibt den Kalender nur in kleiner Auflage und nicht offiziell zu kaufen. Seine Entstehung des Kalenders wurde auch in diesem Jahr von den Freunden und Retail-Fans des Team Retail Excellence gefördert, vielen Dank!

Foto: styleranking.de

Abercrombie & Fitch öffnen morgen die Pforten zu ihrer neuen Kathedrale in Düsseldorf. Erstaunlich, daß selbst die Hohepriester der banalen US-Sportswear an diesem pseudo-großstädtischen Ort keinen Platz in 1A*****-Lage für ihr Gotteshaus fanden und daher in die einzelhändlerische Diaspora der “West-Kö” ziehen mussten (die auch mit gutem Willen einfach nicht so gut klingt wie z.B. Westend oder West-Village, selbst als internationalisierte “West-Koe” nicht).

Nun beginnt der Surfer-Orden A&F also hierzulande seine Missionierung. Natürlich nicht wie seinerzeit die Kirchenvertreter, die mit einem global verzweigten Netz an gebrainwashten Guerilla-Marketinglern durch Urwälder streiften und den ahnungslosen Ureinwohnern schräge Geschichten aus längst vergangenen Zeiten erzählten (dies nicht ohne ihre Glaubwürdigkeit bekanntlich bisweilen durch Züchtigung oder kleine bis große Gemetzel zu unterstreichen).

Bei A&F geht es friedlicher zu. Und A&F machen angeblich keine Werbung. (Wenn man Godzilla-große Nackedeis an Häuserfassaden Weiterlesen »

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